11. Sonntag nach Trinitatis: Viele moderne Lieder

Margarete Preis, Prädikantin aus Urdenbach, gestaltete den heutigen Gottesdienst in der Dankeskirche in Benrath mit vielen modernen Kirchenliedern.

Gesungen wurden heute die folgenden modernen Lieder:

Wie ich waren anscheinend viele Gottesdienstbesucher von dem modernen Liedgut ein wenig überfordert, da es wohl recht selten gesungen wird. Nur EG 455 ist als „Morning has broken“ hinreichend bekannt. Es erstaunte mich, dass dieses Lied im Gesangbuch zu finden ist…

Von guten Mächten

Dietrich_Bonhoeffer

Von guten Mächten treu und still umgeben,
Behütet und getröstet wunderbar,
So will ich diese Tage mit euch leben
Und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
Noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
Das Heil, für das du uns bereitet hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
Des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
So nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
Aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
An dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
Dann wolln wir des Vergangenen gedenken
Und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und still die Kerzen heute flammen,
Die du in unsre Dunkelheit gebracht.
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
So lass uns hören jenen vollen Klang
Der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
All deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

(Dietrich Bonhoeffer;
Gedicht im Brief vom 19. Dezember 1944 an seine Verlobte)

10. Sonntag nach Trinitatis: Israel-Sonntag

Heute, am 10. Sonntag nach Trinitatis, dem Israel-Sonntag, sangen wir zwei Lieder aus Israel:

EG 433 – Havenu schalom alejchem – Wir wünschen Frieden euch allen! / YouTube

und

EG 434 – Schalom chaverim – Der Friede des Herrn geleite euch! / YouTube

Pfarrer Frank Bublitz predigte wie immer lebendig und einfühlsam über Römer 11,25-32; Manfred Knoch spielte souverän die Orgel.

Wer hat, dem wird gegeben werden; wer nicht hat, dem wird genommen werden

Die Epistel zum heutigen 9. Sonntag nach Trinitatis war das Gleichnis von den anvertrauten Silberzentnern.

silberzentner

Jesus schildert einen Herren, der seine Knechte reich mit finanziellen Mitteln ausstattet, sich dann auf Reisen begibt und nach seiner Rückkehr Abrechnung hält. Die ersten beiden Knechte erwirtschaften Gewinn und werden ihren Leistungen gemäß entlohnt. Das Geld des Letzten hingegen, der aus Angst gar nichts investierte und es stattdessen verbarg, lässt der Herr wegnehmen und spricht es nach dem Grundsatz „Wer hat, dem wird gegeben werden; wer nicht hat, dem wird genommen werden.“ dem Erfolgreichsten zu.

Matthäus 25, 14-30 (HfA):

Ein Mann, der ins Ausland reisen wollte, rief alle seine Verwalter zusammen und beauftragte sie, während seiner Abwesenheit mit seinem Vermögen zu arbeiten. Dem einen gab er fünf Zentner Silberstücke, einem anderen zwei und dem dritten einen Zentner, jedem nach seinen Fähigkeiten. Danach reiste er ab. Der Mann mit den fünf Zentnern Silberstücke war so erfolgreich bei seinen Geschäften, dass er die Summe verdoppeln konnte. Auch der die zwei Zentner bekommen hatte, verdiente zwei hinzu. Der dritte aber vergrub sein Geld an einem sicheren Ort. Nach langer Zeit kehrte der Herr von seiner Reise zurück und forderte seine Verwalter auf, mit ihm abzurechnen. Der Mann, der fünf Zentner Silbergeld erhalten hatte, brachte zehn Zentner. Er sagte: „Herr, fünf Zentner hast du mir gegeben. Hier, ich habe fünf dazuverdient.“ Da lobte ihn sein Herr: „Du warst tüchtig und zuverlässig. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir größere Aufgaben anvertrauen. Ich lade dich zu meinem Fest ein!“ Danach kam der Mann mit den zwei Zentnern. Er berichtete: „Herr, auch ich habe den Betrag verdoppeln können.“ Da lobte ihn der Herr: „Du warst tüchtig und zuverlässig. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir größere Aufgaben anvertrauen. Ich lade dich zu meinem Fest ein!“ Schließlich kam der mit dem einen Zentner Silberstücke und erklärte: „Ich kenne dich als strengen Herrn und dachte: Du erntest, was andere gesät haben; du nimmst dir, was ich verdient habe. Aus Angst habe ich das Geld sicher aufbewahrt. Hier hast du es wieder zurück!“ Zornig antwortete ihm darauf sein Herr: „Auf dich ist kein Verlass, und faul bist du auch noch! Wenn du schon der Meinung bist, dass ich ernte, was andere gesät haben, und mir nehme, was du verdient hast, hättest du zumindest mein Vermögen bei einer Bank anlegen können! Dort hätte es wenigstens Zinsen gebracht! Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die fünf Zentner hatte! Denn wer viel hat, der bekommt noch mehr dazu, ja, er wird mehr als genug haben! Wer aber nichts hat, dem wird selbst noch das Wenige, das er hat, genommen. Und jetzt werft diesen Nichtsnutz hinaus in die Finsternis, wo es nur Weinen und ohnmächtiges Jammern gibt!“

Interpretation: Der Mensch, insbesondere der Christ, erfährt sich als talentiert, mit Gaben ausgestattet, die er „in Treue“ zu verwalten und zu mehren hat. Es besteht das Risiko ihres Verlustes, sollten sie nicht zum Einsatz kommen. „Haben“ bedeutet über Talente zu verfügen und mit ihnen zu wirtschaften. „Wer hat, dem wird gegeben“ kann hier soviel heißen wie: „Eigentum verpflichtet“, materiell und darüber hinaus. (Quelle: Wikipedia)

Jesus ist als das Licht in die Welt gekommen


CC BY-ND 2.0 dorena-wm @ flickr (c) Renate Dodell

Johannes 12,44-50 (HfA):

Laut verkündete Jesus: „Wer an mich glaubt, der glaubt in Wahrheit an den, der mich gesandt hat. Und wenn ihr mich seht, dann seht ihr den, der mich gesandt hat! Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht länger in der Dunkelheit leben muss. Wenn jemand auf meine Botschaft hört und nicht danach handelt, so werde ich ihn nicht verurteilen. Denn ich bin nicht als Richter der Welt gekommen, sondern als ihr Retter. Wer mich ablehnt und nicht nach meiner Botschaft lebt, der hat schon seinen Richter gefunden. Was ich verkündet habe, wird ihn am Tag des Gerichts verurteilen. Denn ich habe nicht eigenmächtig zu euch geredet. Der Vater hat mich gesandt und mir gesagt, was ich reden und verkünden soll. Und das ist gewiss: Was er mir aufgetragen hat, euch zu sagen, führt euch zum ewigen Leben! Deshalb gebe ich euch alles so weiter, wie der Vater es mir gesagt hat.“