Böhmisches Weihnachtslied „Freu dich, Erd und Sternenzelt“ (EG 47)

Heute sangen wir im Gottesdienst u. a. das schöne böhmische Weihnachtslied „Freu dich, Erd und Sternenzelt“ (EG 47).

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Text

1. Freu dich, Erd und Sternenzelt, Halleluja;
Gottes Sohn kam in die Welt, Halleluja.
Uns zum Heil erkoren,
ward er heut geboren,
heute uns geboren.

2. Seht, der schönsten Rose Flor, Halleluja,
sprießt aus Jesses Zweig empor, Halleluja.
Uns zum Heil erkoren,
ward er heut geboren,
heute uns geboren.

3. Engel zu den Hirten spricht: Halleluja,
freut euch sehr und fürcht‘ euch nicht, Halleluja.
Uns zum Heil erkoren,
ward er heut geboren,
heute uns geboren.

4. Hört’s, ihr Menschen groß und klein, Halleluja,
Friede soll auf Erden sein, Halleluja.
Uns zum Heil erkoren,
ward er heut geboren,
heute uns geboren.

5. Ehr sei Gott im höchsten Thron, Halleluja,
der uns schenkt sein’ lieben Sohn, Halleluja.
Uns zum Heil erkoren,
ward er heut geboren,
heute uns geboren.

Immer ein Lichtlein mehr

kerzen

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Matthias Claudius (1740-1815) —

Verlorene Zeit?

Da die Zeit das kostbarste,
weil unwiederbringlichste Gut ist,
über das wir verfügen,
beunruhigt uns bei jedem Rückblick der Gedanke
etwa verlorener Zeit.

Verloren wäre die Zeit, in der wir
nicht als Menschen gelebt,
Erfahrungen gemacht, gelernt, geschaffen,
genossen und gelitten hätten.

Verlorene Zeit ist unausgefüllte, leere Zeit.
Das sind die vergangenen Jahre
gewiss nicht gewesen.
Vieles, Unermessliches haben wir verloren,
aber die Zeit war nicht verloren.

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)