Trost

Trost ist zwischenmenschliche Zuwendung an jemanden, der trauert oder anderen seelischen bzw. körperlichen Schmerz zu ertragen hat. Er kann durch Worte, Gesten und Berührung gespendet werden. Der Schmerz und die Traurigkeit des Getrösteten sollen gelindert werden; er soll spüren, dass er nicht allein gelassen ist; seine seelische Verfassung soll gestärkt werden (Quelle: Wikipedia).

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Eine (virtuelle) Kerze anzünden …
kerze
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Nachfolgend eine kleine Sammlung
von tröstenden
(nicht nur christlichen)
Worten und Gedichten:

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Der du meine Wege mit mir gehst,
Jede Laune meiner Wimper spürst,
Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst –
Weißt du wohl, wie heiß du mich oft rührst?

Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern.
Meine Liebe wird mich überdauern
und in fremden Kleidern dir begegnen
Und dich segnen.

Lebe, lache gut!
Mache deine Sache gut!

(Joachim Ringelnatz)

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Was vorüber ist
ist nicht vorüber.
Es wächst weiter
in deinen Zellen,
ein Baum aus Tränen
oder vergangenem Glück.

(Rose Ausländer)

* * * * *

Stehe nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort.
Ich schlafe nicht.
Ich bin die tausend Winde, die wehen.
Ich bin der Diamantglanz auf dem Schnee.
Ich bin das Sonnenlicht.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Wenn du früh morgens aufwachst,
bin ich das Zwitschern der Vögel.
Ich bin die Sterne, die nachts leuchten.
Stehe nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort,
ich bin nicht tot.

(Verfasser unbekannt)

* * * * *

Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Wo ich mein Zelt aufschlage,
Da wohnst du bei mir dicht;
Du bist mein Schatten am Tage
Und in der Nacht mein Licht.

Wo ich auch nach dir frage,
Find‘ ich von dir Bericht,
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Du bist ein Schatten am Tage,
Doch in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

(Friedrich Rückert)

* * * * *

Du kannst Tränen vergießen,
weil er gegangen ist,
oder
du kannst lächeln,
weil er gelebt hat.

Du kannst Deine Augen
schließen und beten,
dass er wiederkehrt,
oder
du kannst die Augen
öffnen und all das sehen,
was er hinterlassen hat.

Dein Herz kann leer sein,
weil Du ihn nicht mehr sehen kannst,
oder
du kannst voll der Liebe sein,
die ihr geteilt habt.

Du kannst Dich am Morgen abwenden
und im Gestern leben,
oder
du kannst morgen glücklich sein
wegen des Gestern.

Du kannst dich an Ihn erinnern,
nur daran,
dass er gegangen ist,
oder
du kannst sein Andenken bewahren
und es weiterleben lassen.

Du kannst weinen und
Dich verschließen,
leer sein und Dich abwenden,
oder
du kannst tun,
was er gewollt hätte:

Wieder lächeln lernen,
Deine Augen wieder öffnen,
lieben und leben.

(Verfasser unbekannt)

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Herr, es gibt keinen Toten, es gibt nur Lebende
auf unserer Erde und im Jenseits.

Herr, den Tod gibt es, aber er ist nur ein Moment,
ein Augenblick, eine Sekunde, ein Schritt.

Der Schritt vom Vorläufigen ins Endgültige,
der Schritt vom Zeitlichen ins Ewige.

(Michel Quoist)

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Der Tod bedeutet gar nichts.
Ich bin nur nach nebenan verschwunden.
Ich bin ich, und du bist du.
Was immer wir füreinander waren, das sind wir noch.
Nenne mich bei dem alten vertrauten Namen.
Sprich von mir, wie du es immer getan hast.
Ändere nicht deinen Tonfall.
Zwinge dich nicht zu aufgesetzter Feierlichkeit oder Traurigkeit.
Lache weiterhin über die kleinen Scherze, an denen wir gemeinsam Spaß hatten.
Spiele, lächle, denke an mich, bete für mich.
Lass meinen Namen weiterhin so geläufig sein, wie er immer war.
Sprich ihn unbekümmert aus, ohne die Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet all das, was es bisher bedeutete.
Es ist genauso wie immer.
Es geht uneingeschränkt und ununterbrochen weiter.
Ist der Tod nicht nur ein unbedeutender Zwischenfall?
Warum sollte ich vergessen sein, nur weil du mich nicht mehr siehst?
Ich warte einstweilen auf dich, ganz in der Nähe, nur um die Ecke.
Alles ist gut.

(Henry Scott Holland,
oft fälschlich Annette von Droste-Hülshoff
mit dem Titel „Tot ist überhaupt nichts“ zugeschrieben)

* * * * *

Leuchtende Tage.
Nicht weinen, dass sie vorüber.
Lächeln, dass sie gewesen.

(Konfuzius)

* * * * *

Du kamst, du gingst mit leiser Spur,
ein flüchtiger Gast im Erdenland.
Woher? Wohin? Wir wissen nur:
Aus Gottes Hand in Gottes Hand.

(Ludwig Uhland)

* * * * *

Trennung kann man den Tod wohl nennen,
denn wer weiß, wohin wir gehen.
Tod ist nur ein kurzes Trennen
auf ein ew’ges Wiedersehen.

(Joseph von Eichendorff)

* * * * *

Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können.

(Jean Paul)

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Zunächst: es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt, und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren. Ferner: Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht mehr wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

(Dietrich Bonhoeffer)

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Trennung ist unser Los,
Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
So bitter der Tod ist,
die Liebe vermag er nicht zu scheiden.
Aus dem Leben ist er zwar geschieden,
aber nicht aus unserem Leben;
denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen,
der so lebendig unserem Herzen innewohnt!

(Augustinus von Hippo)

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Niemand kennt den Tod,
es weiß auch keiner,
ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.

(Sokrates)

* * * * *

Bedenke stets,
daß alles vergänglich ist;
dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich
und im Leid nicht zu traurig sein.

(Sokrates)

* * * * *

Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen von den Dingen beunruhigen die Menschen. So ist z. B. der Tod nichts Schreckliches; die Meinung vom Tod, dass er etwas Schreckliches sei, das ist das Schreckliche.

Sage nie von einem Ding: ich habe es verloren; sondern: ich habe es zurückgegeben. Dein Kind ist gestorben – es ist zurückgegeben worden. Dein Weib ist gestorben – es ist zurückgegeben worden.

Wenn du willst, daß deine Kinder, dein Weib und deine Freunde ewig leben sollen, so bist du ein Tor. Du willst damit, daß Dinge, die nicht in deiner Gewalt sind, in deiner Gewalt sein sollen, und was nicht dein ist, soll dir gehören.

(Epiktet: Handbüchlein der Moral)

* * * * *

Du kannst nicht tiefer fallen, als nur in Gottes Hand.

(EG 533 Str. 1, EG 377 Str. 4, Arno Pötzsch)

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Jesus spricht:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;
und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“

(Johannes 11, 25-26 – Luther84)

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Ein jegliches hat seine Zeit,
und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit,
sterben hat seine Zeit;
pflanzen hat seine Zeit,
ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
töten hat seine Zeit,
heilen hat seine Zeit;
abbrechen hat seine Zeit,
bauen hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit,
lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit,
tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit,
Steine sammeln hat seine Zeit;
herzen hat seine Zeit,
aufhören zu herzen hat seine Zeit;
suchen hat seine Zeit,
verlieren hat seine Zeit;
behalten hat seine Zeit,
wegwerfen hat seine Zeit;
zerreißen hat seine Zeit,
zunähen hat seine Zeit;
schweigen hat seine Zeit,
reden hat seine Zeit;
lieben hat seine Zeit,
hassen hat seine Zeit;
Streit hat seine Zeit,
Friede hat seine Zeit.

(Prediger 3, 1-8 – Luther84)

* * * * *

Ich nahm den Augenblick nicht wahr,
da ich zum ersten Mal die Schwelle
dieses Lebens überschritt.

Ach, welche Macht hat mich geöffnet
in diese Weite voll Geheimnis,
wie eine Knospe sich erschließt
im Wald um Mitternacht.

Als ich am ersten Morgen aufsah
in das Licht, erkannt ich plötzlich,
dass ich auf dieser Welt kein Fremdling war.
Das Unerforschliche, das weder Form
noch Namen hat, nahm mich in seine Arme –
in meiner lieben Mutter Arme.

Genauso wird der Tod, das gleiche Unbekannte,
mir erscheinen als etwas, was ich stets gekannt.
Und weil ich dieses Leben liebe,
werd ich gewiss den Tod genauso lieben.

Das Kind weint auf, wenn es die Mutter
wegnimmt von der rechten Brust,
und findet an der linken schon
im nächsten Augenblick den vollen Trost.

Wenn ich einmal von hier mich wende,
sei dies mein Abschiedswort:
Unübertrefflich ist, was ich gesehen.

Gekostet hab ich von dem verborgenen
Honig der Lotosblüte, die auf dem Ozean
des Lichts sich entfaltet.
Und so bin ich begnadet.
Dies sei mein Abschiedswort.

Auf dieser Bühne grenzenloser Formen
hatte ich mein Spiel.

(Rabindranath Tagore: Gitanjali (Auszug))

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Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse: Stufen, geschrieben am 4.5.1941)

* * * * *

Schmerz ist unvermeidlich; Leiden ist jedoch deine Wahl.

(Verfasser unbekannt)

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